Wissenswertes über die Schadstoffe

Das Grundwasser ist seit jeher die wichtigste Trinkwasserressource. Rund drei Viertel des Trinkwassers wird heute über Quellen und Brunnen direkt aus dem Grundwasser
gewonnen. Denn natürliches Grundwasser aus Ökosystemen, in die der Mensch nicht eingegriffen hat, ist in der Regel rein, frei von Schadstoffen, Keimen und Viren und entspricht schon im Naturzustand den gesetzlichen Anforderungen an die Trinkwasserqualität.

Lange galt die Vorstellung, dass das Grundwasser wenig verschmutzungsanfällig und das Reinigungsvermögen des Untergrundes unbegrenzt sei. Von dieser Vorstellung müssen wir uns leider verabschieden.

Das Grundwasser so wie es heute existiert ist zum Teil bereits flächenhaft sowie lokal belastet, durch einzelne Schadensursachen erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

Kleinflächige Verunreinigungsquellen gibt es in der Regel durch Altablagerungen, kontaminierte Betriebsgelände und Altstandorte, durch RüstungsaltlastenUnfälle mit wassergefährdenden Stoffen sowie Kanal-Leckagen.

 

Großflächige Schadstoffquellen stammen insbesondere aus der Landwirtschaft durch Düngung, Klär-schlammausbringung sowie durch Pflanzen und 

Schädlingsbekämpfungsmittel.

Nitrat und Pflanzen-schutzmittel sind dabei immer noch die häufigsten Substanzen, die das Grundwasser belasten.

 

Darüber hinaus gelangen über den Regen vor allem Schwefeldioxid und Stickoxide ins
Grundwasser und verändern die Grundwasserqualität erheblich. Durch die zunehmende
Versauerung der Böden werden bereits Aluminium und andere Metalle ins Grundwasser
ausgewaschen. Neuerdings ist auch das immer stärker wachsende
Verkehrsaufkommen als Gefahr für das Grundwasser ausgemacht worden, wobei die tatsächlichen Folgen nur schwer abzuschätzen sind. Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle vor allem Blei - gelangen über den Luftweg in
den Boden und ins Grundwasser.

Abläufe von Straßen, der Massen-transport wassergefährdender Stoffe auf Straßen und Schienen und immer wieder vorkommende Unfälle, belasten das Grundwasser lokal und regional zum Teil erheblich.
So werden in Deutschland jährlich über 500 Millionen Tonnen / Österreich etwa  50 Millionen Tonnen - wassergefährdender Stoffe transportiert, wobei hier Unfälle mit Grundwasserverschmutzung noch nicht einberechnet sind.

 

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Pestizide und Biozide haben nur einen Zweck: sie sollen Lebewesen schädigen bzw. abtöten.

Verschiedenste Produkte werden auf vielfältige Weise eingesetzt, um Menschen, Haustiere, Pflanzen oder Gebrauchsgegenstände vor unerwünschten Organismen zu schützen. Dabei werden sie gezielt in die Umwelt freigesetzt, wie die
Pestizide (Pflanzenschutzmittel) in der
Landwirtschaft, oder zumindest häufig umweltoffen
und in der Nähe von Menschen verwendet, wie z.B. chemische Schädlingsbekämpfungsmittel oder Holzschutzmittel im Wohnbereich.

Da die Stoffe per se schädigend wirken, bestehen besondere Risiken für sogenannte Nichtzielorganismen, zu denen auch der Mensch gehört. Der Unterschied zwischen Pestiziden und Bioziden besteht in ihren Anwendungsbereichen und den gesetzlichen Regelungen, denen sie unterliegen. Dabei werden zahlreiche Wirkstoffe sowohl als Pestizid, als auch als Biozid verwendet.

 

Pestizide - werden im landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen
Bereich zum Pflanzenschutz eingesetzt.

Sie unterliegen einer eigenen gesetzlichen Regulierung, dem Pflanzenschutzgesetz
(PfSchG). Danach erfolgt eine Kontrolle vor der Vermarktung der Präparate über ein amtliches Zulassungsverfahren.
Die Mittel werden auf ihre Wirksamkeit und ihre Umwelt- und Gesundheitsrisiken hin geprüft. 

 

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Unter dem Begriff Biozid fallen alle Produkte, die der obigen Zweckbestimmung
folgen und entsprechende giftige Wirkstoffe enthalten, jedoch nicht dem Pflanzenschutz
dienen und nicht mit dem PfSchG reguliert werden. Dies sind Holzschutzmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel, Desinfektionsmittel,
Konservierungsmittel oder andere Schutzmittel, wie z.B. aufwuchshemmende
Antifoulingfarben.

 

Wir verseuchen mit unserer landwirtschaftlichen Produktion unser Grund- und Trinkwasser. ~33.000 Tonnen Pestizide verspritzt zur Zeit Deutschland (~3.000 Österreich) im Jahr auf
Felder und Wiesen, und in der Europäischen Union sogar 315.000 Tonnen.

Nitrate und Pestizide werden zu einem Langzeitproblem; da diese Schadstoffe in immer größeren Mengen ins Grundwasser eindringen und - wenn überhaupt - nur mit immensem Aufwand wieder herausgefiltert werden können. ~ 100.000 € kostet es, um
ein einziges Kilogramm Pestizide wieder aus dem Trinkwasser zu entfernen.
Wenn wir so weiter wirtschaften wie gehabt, werden wir im kommenden Jahrhundert neben der Energiekrise mit Sicherheit weltweit eine Wasserkrise zu bewältigen haben. Die klimatischen Veränderungen werden uns vermutlich neben längeren Trockenphase stärkere Niederschläge und Überschwemmungen bescheren, die wir bereits des öfteren erleben.

 

Der “natürliche" Nitratgehalt des Grundwassers beträgt je nach Region zwischen 0,4 mg/l und 8 mg/l. Ins Grundwasser gelangt Nitrat aus Menschenhand durch Ausbringung von Düngemitteln (Gülle, Jauche, Mist oder Handelsdünger) in zu großen Mengen oder außerhalb der Vegetationsperiode. Wenn das Nitrat nicht von Pflanzen aufgenommen werden kann, wird es mit dem Regenwasser in das Grundwasser ausgespült.

Aus Siedlungsabwässern (undichte Senkgruben und Kanäle, Senkgruben mit Überlauf) kann Stickstoff in den Boden und das Grundwasser kommen.

Durch die Verbrennung von Energieträgern (Kohle, Benzin, Öl,...) entstehen Stickoxide, die aus der Luft über den Regen in den Boden gelangen.

Sickerwässer von Deponien können auch größere Mengen an Stickstoffverbindungen enthalten und in das Grundwasser gelangen. 

 

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Wie viel Nitrat/Nitrit oder Ammonium dürfen im Trinkwasser sein?

 

Wird Wasser nicht nur für den Eigenbedarf verwendet, sondern auch an andere Personen weitergegeben (Ortswasserleitung, Genossenschaften, Vermietung von Häusern/Wohnungen, ……), dann müssen gesetzliche Vorschriften eingehalten werden. In Österreich ist das die Trinkwasserverordnung. Diese regelt die Anforderungen an die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch. 

 

Trinkwasserverordnung (TWV BGBl. II 304/2001 i.d. aktuellen Fassung) In Österreich müssen folgende Werte für Trinkwasser eingehalten werden: 50 mg Nitrat und 0,1 mg Nitrit je Liter Wasser.

Ergänzend muss folgende Bedingung erfüllt sein: So wird sichergestellt, dass sich keinesfalls zuviel Nitrit im Körper des Menschen bildet. Kurzfristige Überschreitungen (max. 6 Monate) des Nitritwertes werden toleriert, wenn diese Überschreitung auf neue, verzinkte Rohrleitungen zurückzuführen sind und wenn sichergestellt ist, dass dieses Wasser nicht zur Zubereitung von Babynahrung verwendet wird. Weiters soll der Ammoniumwert nicht über 0,5 mg/l liegen. Sind im Untergrund viele Ammonium hältige Gesteine wie Tonminerale vorhanden, darf der Wert auf bis zu 5 mg/l ansteigen. 

 

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Arzneimittel sind für die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit von Mensch und Tier ein nicht wegzudenkendes Bild.

 

 

 

 

Derzeit sind in Österreich insgesamt 10.643 Humanarzneimittel zugelassen. (Stand 2013)

 

Diese gliedern sich wie folgt auf:  

  • Zentrale Zulassung (EMEA) 632
  • Zulassung nach § 9a*AMG (Vollantrag) und § 10*AMG (bezugnehmende Anträge) 8.248
  • Erleichterte Verfahren (§ 9c, § 9d AMG) 80
  • Erleichterte Zulassung nach § 17a AMG BGBl. I Nr. 35/2004 53
  • Erleichterte Zulassung für Desensibilierungsmittel (§ 7a AMG) 68
  • § 9a AMG Anträge-Biologika, die der Chargenfreigabe gem. § 26 AMG unterliegen 99
  • Homöopathische Arzneimittel 626
  • Apothekeneigene Arzneimittel 795
  • Radioaktive Arzneimittel 4

 

Nachzulesen unter folgender PDF

Daten & Fakten 2015
ARZNEIMITTEL UND GESUNDHEITSWESEN
IN ÖSTERREICH
Daten_Fakten_2015_web_13467_DE Arzneimit[...]
PDF-Dokument [4.8 MB]

 

 

Arzneimittelwirkstoffe, die in der Human- und Veterinärmedizin eingesetzt werden, verlassen den Körper auf natürlichem Ausscheidungsweg teilweise unverändert. Über die Kanalisation gelangen diese Stoffe in die Kläranlage, wo viele dieser Substanzen nicht ausreichend entfernt werden.

 

 

Im Jahr 2013 wurden 236,6 Millionen Packungen von Medikamenten in österreichischen Spitäler/Apotheken verkauft, mit mehr als 3000 verschiedene Wirkstoffen. Zum Vergleich Deutschland verkaufte 2012 - 1335 Millionen Packungen von Medikamenten.  Wir alle profitieren – gelegentlich oder dauerhaft – davon, dass es so viele und in der Regel so wirksame Medikamente gibt.

Allerdings hat die medizinische Versorgung eine unerwünschte Nebenwirkung: Rückstände der Medikamente finden sich in Gewässern und im Grundwasser. Teilweise sind auch im Trinkwasser Spuren der Arzneimittel nachzuweisen.

 

Sie gelangen hauptsächlich mit den Abwässern aus Privathaushalten dorthin. Und das lässt sich zum Großteil auch kaum vermeiden: Viele Medikamente werden vom Körper nur unvollständig aufgenommen. Ein großer Teil der Substanzen oder ihre Stoffwechselprodukte werden wieder ausgeschieden.

Hinzu kommt, dass viele Menschen alte oder nicht mehr benötigte Medikamente einfach in die Toilette oder die Spüle kippen – oft ohne sich möglicher Umweltfolgen bewusst zu sein.

Die meisten Arzneistoffe sind chemisch sehr stabil. Sie sollen im Körper schließlich nicht zerfallen, bevor sie ihren Wirkungsort erreicht haben. In der Umwelt wird diese Stabilität zum Problem, da die Stoffe nicht oder nur sehr langsam abgebaut werden.

 

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Natur als Medikamentendeponie
Durch falsche Entsorgung und als Rückstände, die vom Menschen nach Gebrauch
ausgeschieden werden, gelangen Arzneien in großen Mengen in die Umwelt.
medikmente.pdf
PDF-Dokument [280.6 KB]
Medikamente im Forchheimer Trinkwasser
Gesetzliche Grenzwerte gibt es für Rückstände von Medikamenten im Trinkwasser derzeit noch nicht.
Medikamente im Forchheimer Trinkwasser.p[...]
PDF-Dokument [100.8 KB]

 

 

Ein weiterer Aspekt den wir nicht vergessen dürfen ist die hohe Medikation bei Tieren & Tierfutter.

 

Immer mehr Menschen in Österreich wie auch Deutschland sind gegen Antibiotika resistent. Jetzt wissen Ärzte, warum: Die Grundlage für diese Entwicklung wird bereits in den Viehställen gelegt.
So funktioniert dieser oft tödlich endende Kreislauf: In Schweine- und Kuhställen werden
zur Tiermast verbotene Antibiotika eingesetzt. Das, so wissen alle Fachleute, führt dazu, dass die Bakterien immer raffiniertere Abwehrstrategien gegen die eingesetzten Mittel entwickeln. So ist eine unsichtbare Armee von Erregern herangewachsen, die immer mehr Menschen das Leben kostet. Inzwischen sind viele Erreger nicht mehr nur gegen ein Mittel gewappnet, sondern gegen zwei oder noch mehr Antibiotika. Sie sind zu so genannten multi-resistenten Keimen geworden.

 

Die Ärzte stehen ihnen hilflos gegenüber, weil auch das Vancomycin (Vancomycin ist ein Antibiotikum aus der Wirkstoffgruppe der Glykopeptid-Antibiotika)oftmals nicht mehr hilft. Bis vor kurzem war Vancomycin die letzte Rettung, wenn alle anderen Mittel versagten, jetzt erwerben immer mehr Keime Resistenzen dagegen.
Seit Jahren haben Wissenschaftler und verantwortungsbewusste Ärzte vor dieser Entwicklung gewarnt.
"Alles was wir befürchtet haben, ist wahr geworden", sagt Stuart Levy, Direktor des Zentrums für Genetik und Antibiotika-Resistenz an der Tufts- Universität in Boston. Levy, einer der weltweit renommiertesten Mikrobiologen und Berater internationaler Organisationen wie der Welt- Gesundheits-Organisation WHO, plädiert schon lange für einen verantwortungsvolleren Gebrauch der Antibiotika. Denn resistente Bakterien überschreiten alle nationalen Grenzen, sie sind wesentlich ansteckender als BSE und deshalb auch viel gefährlicher. "Resistente Bakterien, die irgendwo auftauchen, können jedes beliebige Land dieser Erde erreichen; sie folgen den Handels- und Reisewegen des Menschen", sagt Levy.

 

"Antibiotika-Resistenz ist ein schlagendes Beispiel für die natürliche Selektion. Der übermäßige Gebrauch der Antibiotika hat zur Auswahl der ,fittesten' Bakterien geführt eben jener, die der Attacke der Mittel widerstehen können." Ungewollt hat der Mensch mit den Antibiotika ein riesiges Experiment gestartet, mit dem er widerstandsfähige Bakterien züchtet. "Und was besonders schlimm ist", so Levy, "viele Antibiotika sind sehr stabil. Sie bleiben jahrelang im Boden, im Abwasser und im Trinkwasser aktiv. Und überall wirken sie auf die Bakterien."

 

Hierzu ein toller Artikel.

Wenn das Hähnchen zur "Medizin" wird
Noch unkontrollierter als Mediziner gehen Tierzüchter mit Antibiotika um: Nicht nur zur Therapie, sondern auch zur Vorbeugung und Wachstumsförderung verfüttern sie die Medikamente in großen Mengen...
Antibiotika.pdf
PDF-Dokument [178.0 KB]
Kampf gegen Schweine Mafia
Allein durch die vorhandenen Betriebe kommt es schon jetzt zu immenser Gülleaufbringung und zu stetig steigender Belastung des Bodens mit Antibiotika und Pestiziden.
Schweine.pdf
PDF-Dokument [101.8 KB]
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