Beifuß

(Artemisia vulgaris)

Steckbrief:

 

Im Volksmund genannt:

Beinweich, Besenkraut, Bibiskraut, Buckell, Dianakraut, Donnerkraut, Fliegenkraut, Jungfernkraut, Gänsekraut, Gemeiner Beifuß, Gewürzbeifuß, Gürtelkraut, Johannisgürtelkraut, Jungfernkraut, Machtwurz, Mugwurz, Sonnwendgürtel, Sonnenwendkraut, Stabkraut, Thorwurz, Weiberkraut, Werzwisch, Wilder Wermut, Wisch.

 

Pflanzenfamilie:

Korbblütler = Asteraceae

 

Standort:

Der Beifuß mag karge Böden, wächst häufig an Wegrändern, Bahndämmen, Bahntrassen, Böschungen, Sandplätzen, Schuttplätzen und anderen verwilderten Stellen.


Verbreitungsgebiet:

Auf der gesamten Nordhalbkugel, Europa, Asien und Nordamerika

Blätter: (Siehe Bild unten)

Lanzettförmige Blätter, die auf der Oberseite dunkelgrün und kahl sind, auf der Unterseite sind sie behaart und leicht filzig.

Blütenfarbe:

Kleine rötliche oder grau-gelbe Blütenköpfe


Blütezeit:

Juni - ~September


Höhe:

Kann bis zu 2 m hoch werden.

Alter: Eine mehrjährige Pflanze. Wird meistens von Jahr zu Jahr größer.

 

Inhaltsstoffe / Öle:

Gerbstoffe, Bitterstoffe (Absinthin, Sesquiterpenlactone), Flavonolglykoside, Inulin, Vitamine, Ätherische Öle (Cineol, Kampfer, Thujon).

 

Zu verwendende Pflanzenteile:

Ganze Kraut und Wurzel

 

Sammelzeit:

  • Das Kraut: Juli bis September
  • Die Wurzeln: Im Spätherbst

 

 

Gedichte - Lyrik - Poesie - Mythen

 

Von Ernst Dr. Woll

Beifuß- und Wermutkraut

"Was bitter auf der Zunge
ist gut für den Magen“,
hörte ich als kleiner Junge
oft meine Großmutter sagen.
 
Das ist nun schon 75 Jahre her
und man weiß heute bestimmt mehr
wie Kräuter und Pflanzen zuweilen
besser als unnatürliche Stoffe heilen.
 
Aber ehrlich ich es heute gesteh
ein Gräuel ist mir der Wermuttee,
weil er jedoch bitter schmeckt
hat er einen großen Heileffekt.
 
Ich behaupte deshalb unumwunden
mit Wermut hat man das Kraut gefunden,
das Magenverstimmungen kuriert
und zu keinen Nebenwirkungen führt.
 
Wermut und Beifuss ähneln sich sehr,
eine Verwechslung ist deshalb folgenschwer.
Bitter schmeckt´s, wenn in den Gänsebraten
versehentlich Wermutstängel geraten.

 

 

Angelsächsischer Kräutersegen aus dem 11 Jahrhundert

„Erinnerst Du Dich ,Beifuß, was du verkündest?
Was du anordnest in feierlicher Kundgebung
Una heißt du, das älteste der Kräuter.
Du hast macht gegen drei und gegen dreißig
Du hast Macht gegen Gift und gegen Ansteckung
Du hast Macht gegen das Übel
Das über das land dahinfährt“

 

 

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Geschichtliches:

 

Schon seit Jahrtausenden wird diese Pflanze als Heilmittel eingesetzt. Selbst im alten Ägypten wurde er der Göttin Isis geweiht und wurde dort als Ritualpflanze bei diversen Umzügen verwendet. Durch seine Heilkraft wurde er auch zeitweise als Mutter aller Heilpflanzen verehrt und angesehen. 

Wenn man sich den Namen Artemisia vulgaris ansieht, so liegt es nahe das der Name der Göttin Artemis geweiht sein könnte (griechischen Mythologie = Göttin der Jagd, des Waldes, des Mondes und die Hüterin der Frauen und Kinder). Obwohl es auch im alten Persien ~400 v.Chr. eine Königin mit dem Namen Artemisia gab. Seit dem Altertum galt der Beifuß als magische Pflanze. So sollte er vor Ermüdung schützen, wenn man ihn um den Fuß getragen hat. Auch bei den keltischen Druiden war diese Pflanze bestens bekannt. Es war ein Kraut um Gifte sowie Unheil abzuwenden. Selbst bei gewissen Ritualen von damaligen Hexen war Beifuß ein wichtiger Bestandteil.

Als Frauenpflanze sowie gegen Epilepsie war er auch im Mittelalter sehr begehrt und beliebt. Damalige Heiler wie Hildegard von Bingen, Paracelsus, Leonhart Fuchs empfahlen dieses Kraut.

Durch die Christianisierung wurde der Beifuß in den Kräuterstrauß aufgenommen, der Maria geweiht war und zu Maria Himmelfahrt gesegnet wird.

Heutzutage wird der Beifuß eher als Unkraut anstatt als Heilkraut gesehen.

Volksmedizinisch wird der Beifuß bei Epilepsie, Nervenleiden, Magen- und Darmproblemen, Hämorrhoiden, Galle- und Leberleiden, Kopfschmerzen und Übelkeit. Ich persönlich verwende ihn in der Küche zum Würzen von Fleisch-, Fisch- und Geflügelgerichten. Hauptsächlich verwende ich ihn aber zur Räucherung. Die Räucherung mit Beifuß wirkt sehr entspannend ist wärmend und beruhigt die Nerven. Diese Beruhigung spürt man bereits wenn man die frischen Blüten zwischen den Fingern zerreibt und daran stark riecht. Es befreit sofort den Geist von bösen Gedanken und ist sehr befreiend. Sollte jeder einmal bei einem Spaziergang probieren. Beifuß Räucherwerk kann helfen das Alte hinter sich zu lassen, nach innen zu schauen und Hinweise aus den Unbewussten zu erhalten.

Die Chinesische Medizin TCM verwendet den Beifuss zur Moxibustion.

 

 

 

 

Desweiteren wird er eingesetzt bei:

 

  • Blähungen,
  • Blasenentzündung,
  • Chronische Eierstockentzündung,
  • Durchblutungsstörungen,
  • Durchfall (chronisch),
  • Frauenheilkunde,
  • Gallenschwäche,
  • Galle- und Leberbeschwerden
  • Gebärmutterkrämpfe,
  • Geburt,
  • Hämorrhoiden,
  • Kalte Füße,
  • Kalte Hände,
  • Kopfschmerzen
  • krampfartigen Schmerzen
  • leichte Nervenkrankheiten
  • Menstruationsbeschwerden,
  • Mundgeruch,
  • Muskelkater,
  • Müde Beine,
  • Nervenanspannung,
  • Neuralgien,
  • Periodenschmerzen,
  • Schlafstörungen,
  • Übelkeit,
  • innere Unruhe,
  • Verdauungsschwäche,
  • Wechseljahrsbeschwerden,

 

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Wichtiger Hinweis!!!

Schwangere sollten den Tee nicht trinken bzw. sich vor der Einnahme medizinisch beim Frauenarzt oder der betreuenden Hebamme beraten lassen. Der Tee kann wehenfördernd sein!

Bei manchen Menschen kann er allergische Reaktionen oder Asthma-Anfälle auslösen. Besonders sensible Menschen empfinden den Beifuß als sehr intensiv und können ihn nur selten und in kleinsten Mengen anwenden.

 

 

 

 

Anwendungsarten des Beifußes

 

Innerliche Anwendung:

Teeaufguss: (Nach Maria Treben) 1 gehäufter Teelöffel auf 1/4 Liter Wasser aufbrühen, und kurz ziehen lassen.

 

Brennnesselwein: Man benötigt hierzu 3/4 Liter Weisswein oder Rotwein, 50 g gemörserte Brennnesselsamen. Gibt das ganze in eine Flasche und lässt es eine Woche an einem hellen aber nicht sonnigen Ort ziehen. Das ganze täglich gut durchschütteln. Nach einer Woche kann es abgeseiht und umgefüllt werden. Sollte sich die Mischung innerhalb von 24 Stunden eintrüben sofort kurz aufkochen. In den erkalteten Wein gibt man dann 100 g guten Bienenhonig. In eine saubere Flasche abfüllen.Dieses Elexier ist wunderbar für Haut und Haare, stärkt das Herz und die Lebenslust ideal für die männlichen und weiblichen Wechseljahre. Er hilft auch nach schwerer Krankheit schnell wieder auf die Beine zu kommen.

Äußerliche Anwendung:

Brennnesseltinktur zum Einreiben: (Nach Maria Treben) Die Wurzeln, werden im Frühjahr oder Herbst ausgegraben, mit einer Bürste gewaschen, klein geschnitten und bis zum Hals in eine Flasche gefüllt. Mit 38-40%igem Kornbrantwein übergossen, danach lässt man es 14 Tage an einer warmen Stelle stehen.

 

Fußbad: (Nach Maria Treben) je 1x gehäufte Doppelhand gewaschener, gebürsteter Wurzeln und frische Brennnessel (Blätter & Stängel) werden über Nacht in 5 Liter Wasser angesetzt und am nächsten Tag bis zum Kochen erhitzt. Darin die Füße 20 Minuten lange baden, die Brennnessel bleibt während des Fußbades im Wasser. Dieses Fußbad kann man, wieder angewärmt, zwei- bis dreimal verwenden.

 

Kopfwäsche: (Nach Maria Treben) 4 - 5 gehäufte Doppelhände frische oder getrocknete Brennnessel werden in einem 5-Liter-Topf langsam zum Kochen gebracht. 5 Minuten ziehen lassen. Falls man Brennnesselwurzeln verwendet, setzt man eine gehäufte Doppelhand über Nacht mit kaltem Wasser an, erhitzt sie am nächsten Tag bis zum Kochen und lässt dann 10 Minuten ziehen.

(Zur Kopfwäsche sollte wenn möglich keine Chemie also Haarshampoo und dergleichen eingesetzt werden. Maria von Treben empfiehlt hier eine Kernseife zum Haare waschen.)

 

Brennnessel-Öl: (Nach Hildegard von Bingen) Sie schreibt dazu: "Und ein Mensch, der gegen seinen Willen vergesslich ist, der zerstoße die Brennnesseln zu Saft und füge etwas Olivenöl hinzu, und wenn er schlafen geht, salbe er damit seine Brust und die Schläfen, und dies tue er oft, und die Vergesslichkeit in ihm wird gemindert werden."

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